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 Heirs of Durin

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LANDKEKS

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BeitragThema: Heirs of Durin   Mi Dez 10, 2014 2:48 am

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Der Kampf tobte schon lange und längst war allen klar, dass nicht Elben, Menschen oder Zwerge die Feinde waren, sondern Orks. Heerscharen von Orks, begleitet von Trollen und Wargen, die sich ohne Sinn und Verstand gegen die Verteidiger warfen. Die Schlacht war ein einziges Getümmel und es war kaum verwunderlich, dass Fili und Kili Thorin irgendwann aus den Augen verloren, der sie angewiesen hatte, an seiner Seite zu bleiben. Nicht, weil er sie zu seinem Schutz gebraucht hätte, sondern weil er sich um sie sorgte. Er hatte Dís versprochen, dass sie sie lebend wiedersehen würde.

Die beiden Brüder blieben Seite an Seite und ließen nicht zu, dass Orks sie von einander trennten, hielten sich gegenseitig den Rücken frei und kämpften als das perfekt eingespielte Team, das sie immer schon  waren. „Kili, wir müssen Thorin finden!“, rief der Ältere der beiden in einer kurzen Atempause und hieb einem Ork im nächsten Moment das Schwert in die Seite. Kili erwiderte nichts, hielt aber Ausschau nach ihrem Onkel. Es war reiner Zufall, dass er Azogs bleichen Leib zwischen den wogenden Orks entdeckte und daraus die richtigen Schlüsse zog. „Dort drüben!“ Fili zögerte nicht, versetzte einem weiteren Angreifer einen Stich in den Unterleib und rannte dann mit Kili zusammen zwischen den Kämpfenden hindurch.

„THORIN!“ Filis Ruf übertönte den Lärm des Kampfes und lenkte Azog ab, Thorin selbst hörte ihn jedoch nicht mehr. Der König unter dem Berge blutete stark aus verschiedenen Wunden und die Orks, die sich in einem Kreis um sie geschart hatten, johlten. Azog hatte ihn mit einem letzten, vernichtenden Schlag zu Boden gesandt. Mit einem Aufschrei durchbrachen nun die beiden Zwergenprinzen den Ring, und stellten sich mit kampfbereit erhobenen Schwertern vor Thorin. Azog bleckte die Zähne und gab ohne etwas verständliches zu sagen den Orks neben sich zu verstehen, dass sie nun eingreifen durften, ihm ging es nur um Thorin.

Im nächsten Augenblick brüllten mehrere Trolle hinter ihnen und Azogs Miene glättete sich vor Überraschung. Fili war es, der sich kurz umwandte und sah, was die Orks in Angst versetzte: Beorn in seiner Tiergestalt, der in mörderischer Geschwindigkeit auf sie zuhielt. Vor dem Ring aus zusammenrückenden Gegnern erhob er sich auf die Hinterbeine und krachte mit so viel Wucht in die Reihen der Orks, dass die getroffenen regelrecht in den Boden gestampft wurden. Im selben Moment griffen die, die nicht von Beorn in die Flucht geschlagen oder zertrampelt wurden, Fili und Kili an.

Beorn schaffte es schließlich, durch den Ring zu brechen. Die Orks, die die beiden Zwerge angriffen, wichen zurück. Fili sah schwer atmend zu der massigen Gestalt des Hautwechslers auf. Seine Unterstützung konnten sie mehr als gut gebrauchen. Beorn hielt kurz inne, dann senkte er den Kopf hinab zu Thorin, fasste dessen Rüstung mit den Zähnen und hob den verwundeten König hoch, wie einst die Adler. „Thorin!“, rief Kili aus und drehte sich um, doch der stille Blick des Bärenmannes ließ ihn einhalten. Fili blinzelte, schluckte und nickte knapp, als er die stumme Bitte um Verzeihung in seinen Augen sah. Wenn er Thorin retten wollte, konnte er sie nicht ebenfalls hier wegbringen, oder an ihrer Seite gegen die Gegner kämpfen. Fili spürte das Zittern seines Atems, als sich Beorn schließlich abwandte und mit Thorin über das Schlachtfeld floh, zurück zum Berg.Sie  sahen ihm nur einen Augenblick nach, dann wandten sie sich einander zu. Sahen dem Bruder in die Augen und erkannten darin die eigenen Gedanken wieder. Kili nickte Fili kaum merklich zu, der in diesem Moment so viel älter aussah, als er war. Der blonde Zwerg biss die Zähne zusammen und erwiderte die Geste. Sie würden sterben, sie würden beide sterben. Aber Thorin würde leben, sie waren rechtzeitig da gewesen.

Azog hatte die anderen Orks wieder zurücktreten lassen. Dass er vor Wut über die erneut knapp verpasste Rache schäumte, war nicht zu übersehen. Er verschwendete keine Worte an sie und griff direkt an, wirbelte seinen riesigen Streitkolben durch die Luft und ließ ihn schnell und schwer niedersausen. Fili sprang nach links, Kili nach rechts und die Waffe schlug zwischen ihnen ein, woraufhin sie dem gesunden Arm des riesigen Orks heftige Schwerthiebe versetzten. Er brüllte, riss den Arm wieder nach oben und bleckte die Zähne.

Kili erstarrte, der gleißende Schmerz lähmte ihn vollständig. Aus seiner Brust ragte Azogs Dolch, der für zwergische Verhältnisse so groß wie ein Schwert war. Fili blieb eine Schrecksekunde um zu realisieren, dass Kili tödlich verwundet war, in der er nur auf seinen Bruder und die Waffe starren konnte, die ihn aufspießte. Dann riss Azog den Dolch aus Kilis Körper und der jüngste Zwerg sackte zusammen. Fili schrie auf vor Schmerz, Wut und Angst, schleuderte ohne nachzudenken sein Schwert in Azogs Richtung und sank neben seinem Bruder auf die Knie. Sie hätten es schaffen können. Sie waren als Team unbesiegbar, unverwundbar, unsterblich. Er hatte schon wieder angefangen, auf einen Sieg zu hoffen.

Kili war leichenblass. Zitternd presste er eine Hand auf die Wunde, die andere griff neben seinem Körper nach Dreck und Teilen einer Orkrüstung. Seine Lippen bewegten sich, aber er wusste nicht, ob Fili hören konnte, was er sagte. Sein Bruder legte eine Hand über seine und überdeckte die Wunde damit vollständig. „Kili ...“, flüsterte Fili, doch die Tränen, die seine Stimme erstickten, konnte er dadurch nicht verbergen. „Pass auf“, wisperte Kili und wollte die Hand heben, doch Azog war schneller. Der blutige Dolch des Orks fuhr Fili in den Rücken und sein Gesicht verzog sich vor Überraschung und Schmerz.

Filis Wurf hatte sein Ziel gefunden und Azog brach neben ihnen zusammen, seine Kehle offen, das schwarze Blut strömte aus ihr über die Rüstung und die blassgraue Haut. Doch auch der Ork hatte sein letztes Ziel nicht verfehlt. Fili spürte das Brennen der Klinge bei jedem angestrengten Atemzug, sein Blick huschte über den gefallenen Ork zu Kilis Gesicht, das immer bleicher zu werden schien. „Kili … er ist tot, wir … wir haben es geschafft“, flüsterte er, nicht ohne einen gewissen traurigen Stolz in der Stimme. „Zusammen“, ergänzte sein Bruder und hustete. Kilis Hand, die zuvor haltlos an seiner Seite gelegen hatte, schob sich hinüber zu Fili und umschloss dessen waffenlose Hand mit der letzten Kraft, die er noch aufzubringen vermochte. Fili lächelte schwach. „Warte auf mich“, flüsterte er, den Gedanken nicht ertragend, sein Bruder könnte vor ihm sterben. Kili rannen Tränen über die Wangen und zeichneten helle Spuren. Seine Hand, die zuvor unter Filis die Wunde bedeckt hatte, tastete nun kraftlos nach seiner Tasche und fand nach quälend langsam verstreichenden Sekunden, was er gesucht hatte. Zitternd nahm er den Runenstein zwischen die Finger, umschloss ihn und legte die Faust auf seine Brust. „Sie wird …“, flüsterte er heiser. Fili, der die Bewegung gesehen hatte und vom Versprechen wusste, das Kili ihr gegeben hatte, schüttelte kaum merklich den Kopf. „Sie wird stolz auf uns sein“, erwiderte er und schloss die Augen. Auch über seine Wangen rannen Tränen. „Fili …?“ „Ja?“ Doch Kili antwortete nicht mehr. Fili spürte, wie Kälte den Schmerz zu verdrängen begann und drückte ein letztes Mal die Hand seines kleinen Bruders, dann folgte er ihm, um gemeinsam ihrem Vater wieder gegenüber zu treten.

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