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 STECKBRIEFE

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LANDKEKS

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Anzahl der Beiträge : 302
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BeitragThema: STECKBRIEFE   Mi Okt 19, 2011 6:25 am



this never ending story, paid for with pride and fate

allgemein

NAME
"Keylam Sir, einfach nur Keylam. Ohne Abkürzungen bitte, ohne Spitznamen. Von meinem Vater erhielt ich den Beinamen James, doch wie so oft hat dieser nur notarielle Zwecke. Mein Nachname? Rothwell, Sir. Nichts besonderes, nur alt."

ALTER

"Mein Geburtstag ist der 12. Januar 1930. Und das bedeutet, dass ich gerade erst meinen 23. Geburtstag gefeiert habe. Der Bart macht mich älter, meinen Sie? Das ist gut, ich trage Bart, je nachdem wie es gerade von Nutzen für mich ist."

GESCHLECHT

"Ich würde meinen ich bin ein junger Mann, auch wenn ich meine Haare manchmal länger trage. Aber sehe ich weiblich aus? Sagen Sie jetzt mal lieber nichts Falsches. Nein, war ein Spaß. Aber ich denke man sieht doch, dass ich eher maskulin bin."

ANGEHÖRIGKEIT

"Ich bin ein waschechter Katori, begleitet von einem Tier und vom Wunsch durchströmt, die Seelen der Tiere des Krieges von Hanya wiederzufinden."

BESONDERHEIT

"Ich bin auf dem linken Ohr leider taub, aber das fällt kaum jemandem auf. Manchmal ist es sehr unpraktisch und ich neige dazu, mich Gesprächspartnern immer mit der rechten Seite zuzuwenden, was manchmal etwas komisch rüberkommt."

aussehen

ERSCHEINUNG

Kräftig gebaut, braun gebrannt, wechselhaft und immer wieder anders. Diese kurze Beschreibung würde theoretisch ausreichen, den Rest tut ein Blick auf Keylam selbst. Fängt man einmal ganz oben an, fallen natürlich zu aller erst seine Haare auf. So lange seine Frisur nicht der aktuellen Mode entspricht, trägt Keylam sie gern. Sein Vorteil dabei ist ein ungewöhnlich starkes Haarwachstum. Dadurch kann er sich die Haare wie seinen Bart rasieren, beides wächst nahezu gleich schnell. Aus diesem Grund trägt er die braunen Zotteln doch am liebsten schulterlang, was für einen Mann mächtig verpönt ist. Wurde er doch gern und oft schon als Weib ausgelacht und wegen des unkonservativen Haarstils beschimpft. Gerade deshalb trägt Keylam gern auch Zopf, färbt seine Haare in Eigeninitiative mit Henna rötlich. Aber auch mit kahlgeschorenen Seiten und mit Pomade aufgestelltem Kamm sah man ihn schon häufiger auf der Straße. Während für die Leute Rebell ein Schimpfwort war, war es für Keylam auf seine Frisur bezogen das größte Lob.
Wie bereits angesprochen, trägt der junge Mann ebenso gern Bart. Je nachdem ob er als jünger angesehen will oder als älter. In letzterem Falle handhabt er die Sache ähnlich wie mit den Haaren auf dem Kopf. Struppig, ungeformt – kurzum: revolutionär.
Keylams Augen sind sein eigener Pluspunkt. Grau-blau und damit unpassend hell im Vergleich zu Haar- und Hautfarbe, stechen sie scheinbar aus dem Gesicht heraus. Somit kann man selbst der eher langweiligen Farbe Grau etwas besonderes abgewinnen, denn Keylam strahlt durch sie seinen Humor und Schalk auch nach außen aus. Trotzdem haben manche Menschen Schwierigkeiten, ihm längere Zeit ins Gesicht zu sehen, da sein Blick sehr eindringlich und nahezu fesselnd ist. Womit wir auch bei dem Rest seines Körpers wären. Natürlich ist Keylam auf seine Weise schön. Unerhört schön für diese Zeit, in der er eine ordentliche Frisur tragen sollte und sein Hemd geschlossen zu tragen hätte. Denn Keylam trainiert gut und gern, verfügt deshalb auch über ansehnliche Muskeln und ist nur selten gewillt, diese in der Öffentlichkeit zu verstecken. Genügend Blicke bringt ihm dieser Kleidungsstil auf jeden Fall ein, doch ob die Menschen eher negativ oder eher positiv darüber denken, weiß er nicht. Er hat sie schlichtweg noch nie gefragt.


GRÖSSE

„Ich bin 1,83 m groß, hoch, oder wie auch immer. Für mich ist das in Ordnung, ich komme überall ran, renne mir aber manchmal den Kopf ein, wenn ich nicht aufpasse.“

GEWICHT

„Oh, ich habe mich lange nicht mehr gewogen. Aber beim letzten Mal waren es ungefähr 80 Kilogramm. Könnte inzwischen etwas mehr sein. Oder auch weniger, ich weiß es einfach nicht. Ist doch aber auch unwichtig.“

AUGENFARBE

„Meine Augen sind wie die meiner Mutter, blau. Manche halten das für was Besonderes, für mich ist das echt nebensächlich. Manchmal kann es sogar lästig sein, mir wurde ab und an schon gesagt, ich würde andere mit meinen Blicken fast schon ängstigen. kann daran liegen, dass ich manchmal starre, ohne es zu wollen. Aber die helle Farbe bei meinen dunklen Haaren tut dann wohl ihr übriges.

HAARFARBE

„Ich glaube meine Grundfarbe ist braun, aber ich färbe sie gern rötlich. Ach schauen Sie nicht so erschrocken, das ist überhaupt nicht schlimm, Sir. Im Moment habe ich ja wieder das ursprüngliche Braun.“

BESONDERHEIT

„Eine gute Frage. Das kommt nämlich darauf an, was Sie für eine Besonderheit halten. Ich habe zum Beispiel eine Narbe am Oberschenkel, die ist aber recht unscheinbar. Und wissen Sie, warum? Weil da immer noch eine Kugel drinsteckt, die ich in Deutschland abbekommen habe. Nur ein kleines Einschussloch, das inzwischen oberflächlich verheilt ist. Die Ärzte haben sie nie gefunden. Man könnte meinen das stört nicht weiter, aber hin und wieder wird mein gesamtes Bein deshalb steif. Dank diesem Mist kann ich nicht rennen.“

charakter

VERHALTEN

Keylam, der ewige Spaßvogel. Ein scheinbar immer offener, gut gelaunter junger Mann, der mit allen Menschen zurecht kommt. So würden ihn seine Mitstudenten beschreiben, die ihn mehr oder weniger insgeheim für seine Toleranz und Lebensfreude bewundern. Keylam gelingt es fast immer, das Eis zwischen unterschiedlichen Menschen zu brechen – und das in kürzester Zeit. Gespräche zu beginnen fällt ihm so leicht wie das Lachen, beides tut er gern viel, lange und ausführlich. Flüchtig Bekannte kennen ihn als schnelllebigen Menschen, dem Melancholie völlig fremd ist. Keylam scheint nichts wirklich ernst zu nehmen, er zieht den Spaß und Humor der Anspannung und durchgedachten Planung vor.

Vorschnell zu handeln ist eines seiner größten Probleme. Durch seine eher provokante Auftritte in der Öffentlichkeit neigt er gleichzeitig zu Aktionsmus und lehnt auf der anderen Seite Konservatismus gänzlich ab. Wie viele Jugendliche strebt er nach Neuem, nach Veränderung, nach dem Freigeist der Individualität. Doch er kämpft dafür nicht wie ein Berserker, sondern ermogelt sich Zugeständnisse von anderen mit seiner sympathisch unkomplizierten Umgangsweise. Ein schmelzgefährdendes Lächeln, ein zerknirschter Blick seiner grau-blauen Augen und schnell bieten ihm die weiblichen Ansprechpartner kein Paroli mehr.

Keylams Charakter hat wie so oft zwei Seiten. Ungern lässt er sich auf seine Herkunft und Vergangenheit ansprechen und verscheucht derartige Gesprächsthemen auf lustige Art und Weise schnell und unauffällig. Er verbirgt, was vor einigen Jahren geschah, denn sonst stünde sein jetziges Verhalten möglicherweise im Verdacht, nur gespielt zu sein. Doch Keylam ist tatsächlich kein Schauspieler, er lenkt sich nur selbst gern ab. Ein Verdrängertyp, der Unschönes bei Seite schiebt und ignoriert, bis es unausweichlich wird.
Konflikte zählen für ihn allerdings nicht zum Unschönen. Ist es Stress mit Freunden, so schaukelt er die Lage meistens schnell, ehe sie wirklich außer Kontrolle geraten kann. Keylam ist kompromissbereit und beharrt nicht auf seiner Meinung, wodurch er Schwierigkeiten mit ihm eigentlich wohlgesonnen Menschen umgeht. Geht es aber um seine eigenen kleinen Revolutionen und Revolten, ist er mit vollem Einsatz bei der Sache. Manchmal gar mit zu viel Aktionismus, denn dann bringt er sich selbst in Schwierigkeiten. Planlos, chaotisch und doch irgendwie vom Glück verfolgt, managt Keylam sein Leben.

„Das größte Übel der heutigen Jugend besteht darin, dass man nicht mehr dazugehört.“ von Salvador Dalí, 1904 - 1989

Keylam ist gern ein wenig anders als Andere. Im Grunde weiß er, dass viele ihn gleichzeitig bewundern und verachten. Dass viele seine Art anziehend und doch beängstigend finden. Er passt nicht in das Klischee der braven Kinder, der braven Studenten, der fleißigen Menschen. Er genießt seine Freizeit, schwänzt Vorlesungen und ließt stattdessen deren Themen selbst in Büchern nach.
Auch konnte er sich bisher nie dafür begeistern, eine feste Beziehung mit einem Mädchen einzugehen. Er hält wenig von Hochzeiten und all diesen in seinen Augen verkrusteten Traditionen. Anders eben als die meisten weiblichen Altersgenossen. Keylam ist den meisten zu sehr Freigeist in einer engmaschigen, traditionsgeprägten Zeit.



STÄRKEN

{+} humorvoll & optimistisch
{+} aufgeschlossen
{+} temperamentvoll
{+} unabhängig & selbstständig
{+} charmant
{+} nervenstark & selbstsicher

SCHWÄCHEN

{-} ab und an planlos
{-} zu sorglos
{-} draufgängerisch
{-} unkonzentriert
{-} verdrängt Unliebsames
{-} manchmal überfordert



BESONDERHEITEN

„Ich glaube ich konnte Ihnen nur körperlich etwas Besonderes bieten. Ich bin geistig voll auf der Höhe. Vielleicht ein bisschen anders als die Normalbevölkerung, aber das solls ja geben, nicht wahr?“


seelenbündnis



TIERART


Zwergpfeifhase
(Ochotona pusilla)

NAME
Der Name Cítri ist abgeleitet von der Handelsbezeichnung des Topas ("Citrin"). Bevor Keylam sie fand, trug Cítri unterschiedliche Namen, erhalten von ihren Besitzern.

GESCHLECHT
Weiblich

GRÖSSE & GEWICHT
15 Zentimeter Körperlänge auf etwa 100 Gramm

FELL- & AUGENFARBE
Sandbraun & Knopfaugenschwarz

CHARAKTER
Cítri ist sehr hektisch und wuselig. Trotz ihrer geringen Größe verfügt sie über ein mehr als starkes Selbstbewusstsein und reagiert manchmal regelrecht herrisch. Sie möchte ernst genommen werden und versteht bei Respektsfragen keinen Spaß. Für sie ist Körpergröße völlig unwichtig.
Keylam ist - so abstrus das klingen mag - für sie wie ein Kind, auf das sie ständig Acht geben muss und das in irgend einer Form auch behütet werden will. Sie hält sich mit Schimpfwörtern selten zurück und sagt ihrem Seelenpartner gerade heraus, was ihr nicht passt. Gegenüber anderen Menschen und Tieren ist sie dagegen freundlich und offen und offenbart keine Spur der Grobheit, die sie Keylam gegenüber gern zeigt. Manche fragten sich schon des Öfteren, wie zwei so unterschiedliche Persönlichkeiten in einem Bündnis vereint werden konnten, wo sie sich doch oft verhalten wie Feuer und Wasser. Keylam jedoch weiß, dass Cítri ihm nie lange böse ist und sie wiederrum weiß, dass ihr Frust bei ihm nicht auf fruchtbarem Boden landet. Darum gleicht ein Streit der beiden immer eher spielerischen Sticheleien, deren Ernst man zurecht bezweifelt.
Ohne Cítri wäre Keylam wohl bei Weitem nicht da, wo er sich jetzt befindet. Sie ermahnt ihn, treibt ihn an und erinnert ihn an die Normen, die zu seinem Wohl geschaffen wurden. Trotz des Größenunterschiedes ist sie so wirklich zum Mutterersatz für ihn geworden. Vergliche man die Beziehung der beiden mit der eines verheirateten Ehepaares, ist Cítri die absolute Frau in dieser, die ihren etwas chaotischen Rockermann öfter daran erinnern muss, dass sie auch noch da ist.

EDELSTEIN

"Unser Topas ist nicht ganz makellos, wenn man genau hinsieht, findet man schwarze Einschlüsse. Ich weiß nicht, woher er kam und was er bedeutet, aber er scheint enorm wichtig für unser Bündnis zu sein. Gefunden habe ich ihn im Rohzustand, da sah er aus wie ein Stück Brauner Kandis. Aber ein Juwelier hat ihn mir geschliffen und in eine Anhängerfassung gesetzt."


vergangenheit

HERKUNFT


USA, Bundesstaat South Carolina

VORGESCHICHTE

It's the moment of truth and the moment to lie
Its the moment to live and the moment to die
The moment to fight, the moment to fight

1930 - 1944 „Auf der Welt wird es immer Krieg geben. Spätestens dann, wenn man den Frieden erhalten will. Bescheuert. Aber ich bin auch nur eine Spielfigur im Schachfeld der Mächte. Aber fangen wir weniger pessimistisch an.
Am 12. Januar 1930 erblickte ich in Columbia, South Carolina das Licht der Welt. Meine Familie stammt aus Irland, sie waren Einwanderer. Deshalb mein Vorname.
Meine Kindheit war vom ländlichen Bauernhofleben geprägt. Wir hatten schon immer Rinder, Ziegen, Schafe, Kaninchen, Katzen und einen alten Hund. Wenn mein Vater geschlachtet hat, habe ich weinend auf dem Dachboden gesessen und gemeinsam mit meinem älteren Bruder und den sterbenden Tieren aufgeheult. Ich weiß, das klingt jetzt echt sehr melodramatisch, aber als Kind geht einem sowas wirklich extrem nahe. Schließlich habe ich ihnen allen Namen gegeben, sie gefüttert und gestreichelt. Aber das alles ging, es hielt sich in Grenzen. Mein Vater verstand uns nicht, er dachte wir wären zu weich. Deshalb zwang er uns, zuzusehen. Aber auch nur ein einziges Mal.
Als ich acht Jahre alt war, erzählte mir mein wahnsinnig alter Großvater, der mit auf unserem Hof lebte, eine Geschichte, die mein Leben verändern sollte. Schon wieder diese Dramaturgie, tut mir Leid, Sir.
Es war diese Legende, die vom Krieg der Tiere gegen die Menschen berichtete. Nein, eigentlich ja andersherum. Ich fühlte mich bestätigt, man durfte Tiere nicht einfach gefangen halten, schlachten und essen. Mein Großvater war Vegetarier, vielleicht wurde er deshalb so alt. Mit einem Tag auf den anderen verweigerte auch ich alles, was mal ein Tier gewesen war. Jetzt wusste ich ja, dass es auch andere Wege gab, um zu leben. Meine Eltern verstanden mich nicht, beschimpften meinen Großvater, was er mir für Flausen in den Kopf setzen würde. Den Höhepunkt erreichte unser Familienkonflikt, als ich mitbekam, wann der nächste Schlachttag angesetzt war. Drei junge Bullen, ein alter Ziegenbock und zehn Kaninchen sollten am Tag darauf ihr Leben aushauchen. Aber nicht mit mir! In einer Nacht- und Nebelaktion schlich ich mich mit meinem Bruder Anthony aus dem Bett und dem Haus, hinein in den Stall. Ganz leise und ruhig gelang es mir, die Bullen aus dem Gatter zu locken. Nur weiter liefen sie leider nicht. Ich hoffte, dass sie die Dringlichkeit des Problems erfassen würden, während ich alle 31 Kaninchen auf das Feld hinter dem Haus schleppte. Da ich nicht wusste, welche zehn von ihnen dran glauben sollten, befreiten wir großmütig einfach alle. Und die liefen auch brav davon, während ich mich mit dem Ziegenbock abmühte. Da der mir einfach überall hin folgte, lotsten wir ihn schließlich zu meinem besten Freund, der ihn mit meiner Hilfe in ihrem Stall unterbrachte.
Am nächsten Tag kassierte ich Prügel wie nie in meinem Leben, aber ich war trotzdem glücklich und stolz auf meine Taten. Anthony wurde verschont, weil er bereits älter war. Meine Eltern glaubten, ich hätte ihn bestochen, damit er mir half.
Dass die Bullen nur 100 Meter entfernt wieder eingesammelt wurden und zu Fleisch verarbeitet wurden und auch der Ziegenbock zurückkam, verpasste dem nur einen leichten Dämpfer. Wenigstens bei den Kaninchen konnte ich mir einreden, ihnen die Freiheit verschafft zu haben."

A warning to the people, the good and the evil
.........................................................This is war
To the soldier, the civillian, the martyr, the victim
.........................................................This is war

1944 - 1945 "Plötzlich war überall von Krieg die Rede. Ich war inzwischen 14 Jahre alt und immer wieder sprachen meine Eltern von Deutschland, von Pearl Habour, vom Krieg eben. Rein äußerlich hatte sich bei uns nichts verändert, aber unser Tagesablauf wurde von Sorge und Angst beherrscht. Und dann kamen zwei Briefe, adressiert an meinen Vater, Anthony und mich. Als ich meine Mutter weinen sah, wusste ich, dass sie um uns weint, ohne den Inhalt der Briefe zu kennen. Doch diesen sollte ich schnell erfahren.
Anthony, 18 Jahre und bereits Absolvent des Pflichtdienstes der Army, wurde nach Deutschland beordert, ebenso wie mein Vater und auch ich. Unser Wohnort war günstig und ich erfuhr später, dass alle Oststaaten der USA Jugendliche ab 14 Jahren nach Deutschland sendeten. So wurden Reisekosten durch das gesamte Land gespart, wie Weststaaten hatten zudem mit Japan zu kämpfen. So blieben nur wir.

Der Flug ging von Columbia nach Paris, das von den Truppen gerade erst erobert worden war. Wir fuhren daraufhin in Panzern, auf Autos, in Kutschen und mit Zügen. Mein Vater war bereits an einem anderen Ort stationiert worden, ihn sah ich nie wieder. Anthony und mich ließ man zusammen. Unser Ziel nannte sich Freudenstadt. Den Umstand an sich fand ich bereits da unheimlich. Eine Stadt erobern, die so hieß? Man rüstete uns mit leichten Maschinengewehren, Helmen und Plastikwesten aus und sagte uns, was zu tun sei. Die Stadt erobern, Deutsche erschießen. Keine Gefangene nehmen, das war nicht das Ziel dieser Aktion. Ich zweifelte nicht an den Befehlen und hielt mich an Anthony. Dann folgte unser eingetrichtertes Ziel ganz schnell. Wir rannten los, nahmen die Stadt unter Beschuss. Immer wieder zischten Bomben über uns und der Lärm war fast nicht zu ertragen. Ich glaube an einem dieser Tage habe ich mein Gehör auf dem linken Ohr verloren, das Rechte steckte unter dem Helm.

Und dann, ganz plötzlich, kamen Schüsse aus der Gegenrichtung. Man schoss direkt in unsere Einheit. Und Anthony fiel, nur zwei Meter neben mir. Mich trafen ein oder zwei Geschosse ins Bein, doch ich spürte keinen Schmerz. Zuerst glaubte ich, wir würden nun alle sterben. Aber im Augenblick des Beschuss rückte Verstärkung an und ich konnte mich neben Anthony auf den blutbesudelten Boden werfen.
„Alles wird gut Junge, die anderen kümmern sich um die.“ und „Es kommen gleich Leute, die euch helfen.“ waren Sätze, die mir in dem Augenblick ständig gesagt wurden. Ich hoffte besonders auf letzteres, denn Anthony war noch nicht tot. Er blutete stark und weinte neben mir, während ich seinen Arm umklammerte und ebenfalls weinte.

Aber es kam niemand, der uns half. Keine Lazarettmitarbeiter, kein Sanitäter, kein Arzt. Ich wartete vergebens, während Anthony neben mir starb. In meiner Verzweiflung, versuchte ich ihn zu retten, doch ich hatte keine Ahnung, wie. Auf dem dreckigen, blutigen Schlachtfeld, zwischen Leichen und Verletzten, schwor ich mir voller Trauer und Wut, alles einmal besser zu machen. Ich würde dem Krieg ein Helfer mehr sein. Ein Arzt, der auch den ärmsten Soldaten half.

Freudenstadt war erobert, wieder voller Freude. Voll von der Freude der Leichen. Ich verstehe den Namen bis heute nicht. Allein humpelte ich durch die vollkommen zerstörte Stadt, die sich vom Blut der Zivilisten rot gefärbt hatte. Der Umstand von unserer Begegnung war mehr als absurd. Ich hielt Cítri zuerst für einen ausgebüchsten Hamster, womit ich nicht einmal ganz falsch lag. Ich stand da, mit blutverkrustetem Bein, das Gesicht von Tränen und Blut verschmiert und sie kletterte über die Leiche einer Frau. Wir standen beide da, starrten uns an und dachten das Gleiche. Igitt!
Dieses erste Wort, das sie unabsichtlich mental an mich richtete, war so tröstlich, dass ich wieder in Tränen ausbrach. Wie ich schließlich ins Lazarett kam, weiß ich nicht. Vermutlich hatte ich Glück und ein Sanitäter sammelte mich auf, nachdem ich bewusstlos geworden war. Der Schmerz in meinem Bein wurde übermächtig und ich war nicht einmal in der Lage, mich wirklich mental mit Cítri zu unterhalten. Sie hatte sich in meiner Uniform versteckt und verbarg sich im Lazarett unter meinem Bett. Heute weiß ich, dass sie damals um ihr Leben fürchtete, denn sie wusste bereits, dass mein Tod ihr Ende gewesen wäre. Doch soweit kam es nicht. Ich habe kaum brauchbare Erinnerungen an die Zeit im Lazarett und den Rückflug in die USA, was ich den Ärzten zu verdanken habe. Sie pumpten mich mit Morphium voll bis ich ohne Schmerzen hätte auf meinem verletzten Bein tanzen können. Anthonys Tod schien mir in dieser Zeit so fern wie zukünftig nie mehr.

In den USA verfrachtete man mich in ein Militärhospital, in dem man versuchte, mir die Kugeln aus dem Bein zu entfernen. Mindestens eine jedoch hatte den Knochen getroffen und war dort stecken geblieben. Ohne Amputation war es den Ärzten unmöglich, sie zu entfernen. Wieso sie ersteres nicht einfach taten, erfuhr ich erst viel später. Meine Mutter hatte ihre Zustimmung nicht gegeben und so ließen sie die Kugel, wo sie war. Gleichzeitig waren sie damit beschäftigt, mich und die anderen verwundeten Soldaten von unserer von ihren Kollegen verursachten Sucht zu befreien. Radikalentzug von Morphium - ich kann mich nur dunkel an die Qualen erinnern, die ich wochenlang durchlitt. Heute nehme ich ihnen diese Methode mehr übel, als die Tat der Ärzte, die es uns gaben."

1945 - 1952 "Meine Mutter erwartete ein weiteres Kind! Diese Nachricht zog mir den Boden unter den Füßen weg, als ich endlich entlassen wurde. Sie hatte noch während des Krieges einen neuen Mann kennengelernt, der bereits auf dem Hof wohnte. Wenig später erblickte mein Halbbruder Quinn das Licht der Welt. Von meiner Familie erhielt ich kaum Trost über den Verlust meines großen Bruders hinweg. Allein Cítri kümmerte sich um mich und gab mir Kraft in dieser Zeit. Doch das, was man allgemein als Zuhause bezeichnete, war für mich keines mehr, nirgendwo fühlte ich mich einsamer. Noch bevor Quinn seinen ersten Geburtstag feierte, hatte Cítri irgendwie ein Internat aufgetrieben und animierte mich dazu, meine Mutter zu einer Zusage zu überreden. Das ließ sie sich nicht zweimal sagen. Auch wenn sie anfangs zögerte, überzeugte meine vermeintliche Begeisterung sie schließlich.
Tatsächlich ließ mich der ausschließliche Kontakt zu Gleichaltrigen und die Entfernung zu meiner übrig gebliebenen Familie aufblühen. Cítri begleitete mich selbstverständlich und spornte mich an, denn sie wusste um mein im Krieg gesetztes Ziel. So betrachtet war die Zeit im Internat die glücklichste meines Lebens ohne Anthony. Ich hatte viele Freunde und ich begann Schritt für Schritt, das Erlebte zu verdrängen. Hier brauchte ich es nicht, es interessierte niemanden. Und darüber war ich froh. Dass ich meinen Abschluss mit Bravour bestand, verdanke ich wohl allein Cítri. Sie weigerte sich, in meinem Zimmer zu bleiben und während der Prüfung mental vorzusagen und ich schaffte es trotzdem. Nun stellte sich für mich nicht mehr die Frage, was ich studieren wollte, sondern wo."

1952 - today "Es war Zufall, dass Cítri und ich auf Angen kamen. Das Land war nicht so weit weg, so dass ich Reisekosten sparen konnte. Die Stadt Hanya verfügte über eine Universität, an der Medizin unterrichtet wurde. Und ganz nebenbei reizte es mich und meine Partnerin, einmal das Land aus den Legenden zu sehen und in diesem zu leben. Der Entschluss fiel relativ spontan. Die Annahme und Immatrikulation an der Uni von Hanya folgten im August '52 und ich begab mich auf Wohnungssuche. Mein Budget war denkbar schlecht für einen Start ins Studentenleben, da ich während der Schulzeit keine Gelegenheit gehabt hatte, noch zu arbeiten. Den Dienst an der Waffe hatte ich wegen meines Beins nicht leisten können und auch nicht gewollt. Doch zu meiner Mutter wollte ich den Kontakt so weit es ging begrenzen, weshalb ich sie niemals um Geld gebeten hätte. Schließlich fand sich eine winzige Wohnung in einem heruntergekommendne Altbau für mich, deren Miete erschwinglich war. Nun hatte ich mein eigenes Zuhause, das Medizinstudium begann.
Dem allerersten Katori begegnete ich auch gleich in der Uni. In der Cafeteria lernte ich Chun aus Kanada kennen, der hier Kunst studierte. Seine Seelenpartnerin, ein Reh, konnte mit Cítri sprechen, was beide absolut begeisterte. Doch das sollte nur der Anfang sein. Einige Monate später traf ich in der Stadt auf eine junge Frau, deren - nun ich nenne es mal - "Aura" sich so anfühlte wie die von Chun. Ich lernte Grace kennen, die Anführerin der Katori von Hanya. Sie zeigte mir und Cítri das Hauptquartier und die anderen Katori, die sich bereits versammelt hatten. Auf einmal war ich nicht mehr allein mit Cítri, sondern wir waren Teil eines Ganzen. Einer Organisation, die im Verborgenen handelte.
Den Katori verdanke ich letztlich auch, dass ich Jane kennenlernte. Ebenfalls Mitglied der Gruppe, trafen wir uns zufällig in einem kleinen Café und sprachen viel miteinander. Diese Beziehung begann mit ihrem Kuss und endet hoffentlich nie. Damit wäre ich wohl vorerst fertig mit meiner Geschichte."




sonstiger kram

AVATARPERSON

Jared Leto

SCHRIFTFARBE
CadetBlue #5F9EA0

INAKTIV
Keine Weitergabe!

COPYRIGHT
Icon by Olikainsolent
Lyrics by Thirty Seconds To Mars { This Is War }


Zuletzt von landkeks am Fr Apr 05, 2013 7:49 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: STECKBRIEFE   Fr Aug 31, 2012 6:46 am




NAME
"Keylam , einfach nur Keylam. Es gibt da ein gewisses Kind, das mich ohne ersichtlichen Grund "Lammi" nennt und Cítri sagt hin und wieder "Key" zu mir. Seit wir bei den Katori sind, tut sie das nur noch in Gedanken, sonst könnte sich auch Keygen angesprochen fühlen. Sie meisten bleiben aber doch bei "Keylam". Von meinem Vater erhielt ich den Beinamen James, der auch immer mit dazugehört, wenn ich mich irgendwo vorstelle. Mein Nachname lautetRothwell. Nichts besonderes, nur alt."

ALTER

"Mein Geburtstag ist der 12. Januar 1930, was bedeutet, dass ich gerade erst meinen 23. Geburtstag gefeiert habe. Blüte des Lebens und so, fühlt sich wunderbar an."

GESCHLECHT

"Ich würde meinen ich bin männlich, auch wenn ich meine Haare manchmal länger trage. Aber sehe ich deswegen aus wie eine Frau? Naja, ich denke man sieht doch, dass ich eher maskulin bin."

ANGEHÖRIGKEIT

"Ich bin ein waschechter Katori, begleitet von einem Tier und vom Wunsch durchströmt, die Seelen der Tiere des Krieges von Hanya wiederzufinden. So richtig begriffen habe ich diese Bezeichnung erst, als ich zur Gruppierung gestoßen bin. Nun aber fühle ich mich wirklich als Katori."

BESONDERHEIT

"Ich bin auf dem linken Ohr leider taub, ich gebe mir aber immer Mühe, dass es niemandem auffällt. Bis auf Cítri dürfte es auch keiner wissen. Manchmal ist es sehr unpraktisch und ich neige dazu, mich Gesprächspartnern immer mit der rechten Seite zuzuwenden, was manchmal etwas komisch rüberkommt. Aber was solls?"





ERSCHEINUNG

Kräftig gebaut, braun gebrannt, wechselhaft und immer wieder anders. Diese kurze Beschreibung würde theoretisch ausreichen, den Rest tut ein Blick auf Keylam selbst. Fängt man einmal ganz oben an, fallen natürlich zu aller erst seine Haare auf. So lange seine Frisur nicht der aktuellen Mode entspricht, trägt Keylam sie gern. Sein Vorteil dabei ist relativ starkes Haarwachstum. Dadurch kann er sie sich fast schon wie den Bart frisieren, beides wächst nahezu gleich schnell. Aus diesem Grund trägt er die braunen Zotteln gerne mal schulterlang, was für einen Mann doch eher verpönt ist. Wurde er doch gern und oft schon als Weib ausgelacht und wegen des unkonservativen Haarstils beschimpft. Gerade deshalb trägt Keylam gern auch Zopf, färbt seine Haare in Eigeninitiative rot, blond oder sogar blau. Aber auch mit kahlgeschorenen Seiten und mit Pomade aufgestelltem Kamm sah man ihn schon häufiger auf der Straße. Sein Aussehen ist ihm gleichgültig und da gehören Haare und deren Aufmachung dazu. Etwas rein Praktisches, das man verändern kann - mehr sind sie nicht für ihn.
Wie bereits angesprochen, trägt Keylam ebenso gern Bart. Je nachdem ob er jünger aussehen will oder älter. In letzterem Falle handhabt er die Sache ähnlich wie mit den Haaren auf dem Kopf. Struppig, ungeformt, Dreitagebart eben.
Keylams Augen sind sein eigener Pluspunkt, um den er sich überhaupt nicht zu kümmern braucht. Grau-blau und damit ungewöhnlich hell im Vergleich zu Haar- und Hautfarbe, stechen sie scheinbar aus seinem schmalen Gesicht heraus. Manche Menschen haben Schwierigkeiten, seinen Blick längere Zeit zu erwidern, da dieser sehr eindringlich und nahezu fesselnd sein kann. Womit wir auch bei dem Rest seines Körpers wären. Natürlich ist Keylam das, was man gemeinhin als "attraktiv" bezeichnen würde. Unerhört attraktiv für diese Zeit, in der er eine ordentliche Frisur haben sollte und sein Hemd geschlossen zu tragen hätte. Es kümmert ihn nicht, dass ihm viele hinterher blicken, es kümmert ihn genauso wenig wie die Meinung über seine Haare. Genügend Blicke bringt ihm sein Kleidungsstil auf jeden Fall ebenso ein, doch ob die Menschen eher negativ oder eher positiv darüber denken, weiß er nicht. Er hat sie schlichtweg noch nie gefragt.


GRÖSSE

„Ich bin 1,83 m groß, hoch, oder wie auch immer. Für mich ist das in Ordnung, ich komme überall ran, renne mir aber manchmal den Kopf ein, wenn ich nicht aufpasse.“

GEWICHT

„Oh, ich habe mich lange nicht mehr gewogen. Aber beim letzten Mal waren es ungefähr 80 Kilogramm. Könnte inzwischen etwas mehr sein. Oder auch weniger, ich weiß es einfach nicht. Ist doch aber auch unwichtig.“

AUGENFARBE

„Meine Augen sind wie die meiner Mutter, blau. Manche halten das für was Besonderes, für mich ist das echt nebensächlich. Manchmal kann es sogar lästig sein, mir wurde ab und an schon gesagt, ich würde andere mit meinen Blicken fast schon ängstigen. Kann daran liegen, dass ich manchmal starre, ohne es zu wollen. Aber die helle Farbe bei meinen dunklen Haaren tut dann wohl ihr Übriges.

HAARFARBE

„Meine Grundfarbe ist braun, aber ich färbe sie gern. Im Moment sind sie zum Beispiel nur gebleicht und deshalb blond, aber das wächst schnell wieder raus und hat einen recht praktischen Nutzen.“

BESONDERHEIT

„Ich habe eine Narbe überm Knie, die man aber so nicht unbedingt sieht. Nur das kleine Einschussloch einiger Kugeln, das inzwischen oberflächlich verheilt ist. Die Ärzte haben die eine letzte nie gefunden, doch die Narbe haben sie vergrößert. Man könnte meinen das stört nicht weiter, aber hin und wieder wird mein gesamtes Bein deshalb steif und schmerzt, als hätte ich einen glühenden Schürhaken ins Knie geschlagen bekommen. Dank diesem Mist kann ich nicht rennen und auch sonst nur wenig Sport machen, bei dem ich das Bein mehr als normal belaste.“




VERHALTEN

Keylam, der ewige Spaßvogel. Ein scheinbar immer offener, gut gelaunter junger Mann, der mit allen Menschen zurecht kommt. So würden ihn seine Mitstudenten beschreiben, die ihn mehr oder weniger insgeheim für seine Toleranz und Lebensfreude bewundern. Keylam gelingt es fast immer, das Eis zwischen unterschiedlichen Menschen zu brechen – und das in kürzester Zeit. Gespräche zu beginnen fällt ihm so leicht wie das Lachen, beides tut er gern viel, lange und ausführlich. Flüchtig Bekannte kennen ihn als schnelllebigen Menschen, dem Melancholie völlig fremd ist. Keylam scheint nichts wirklich ernst zu nehmen, er zieht den Spaß und Humor der Anspannung und durchgedachten Planung vor.

Vorschnell zu handeln ist eines seiner größten Probleme. Durch seine eher provokante Auftritte in der Öffentlichkeit neigt er gleichzeitig zu Aktionsmus und lehnt auf der anderen Seite Konservatismus gänzlich ab. Wie viele Jugendliche strebt er nach Neuem, nach Veränderung, nach dem Freigeist der Individualität. Doch er kämpft dafür nicht wie ein Berserker, sondern ermogelt sich Zugeständnisse von anderen mit seiner sympathisch unkomplizierten Umgangsweise. Ein schmelzgefährdendes Lächeln, ein zerknirschter Blick seiner grau-blauen Augen und schnell bieten ihm die weiblichen Ansprechpartner kein Paroli mehr.

Keylams Charakter hat wie so oft zwei Seiten. Ungern lässt er sich auf seine Herkunft und Vergangenheit ansprechen und verscheucht derartige Gesprächsthemen auf lustige Art und Weise schnell und unauffällig. Er verbirgt, was vor einigen Jahren geschah, denn sonst stünde sein jetziges Verhalten möglicherweise im Verdacht, nur gespielt zu sein. Doch Keylam ist tatsächlich kein Schauspieler, er lenkt sich nur selbst gern ab. Ein Verdrängertyp, der Unschönes bei Seite schiebt und ignoriert, bis es unausweichlich wird.
Konflikte zählen für ihn allerdings nicht zum Unschönen. Ist es Stress mit Freunden, so schaukelt er die Lage meistens schnell, ehe sie wirklich außer Kontrolle geraten kann. Keylam ist kompromissbereit und beharrt nicht auf seiner Meinung, wodurch er Schwierigkeiten mit ihm eigentlich wohlgesonnen Menschen umgeht. Geht es aber um seine eigenen kleinen Revolutionen und Revolten, ist er mit vollem Einsatz bei der Sache. Manchmal gar mit zu viel Aktionismus, denn dann bringt er sich selbst in Schwierigkeiten. Planlos, chaotisch und doch irgendwie vom Glück verfolgt, managt Keylam sein Leben.

„Das größte Übel der heutigen Jugend besteht darin, dass man nicht mehr dazugehört.“ von Salvador Dalí, 1904 - 1989

Keylam ist gern ein wenig anders als Andere. Im Grunde weiß er, dass viele ihn gleichzeitig bewundern und verachten. Dass viele seine Art anziehend und doch beängstigend finden. Er passt nicht in das Klischee der braven Kinder, der braven Studenten, der fleißigen Menschen. Er genießt seine Freizeit, schwänzt Vorlesungen und ließt stattdessen deren Themen selbst in Büchern nach.
Auch konnte er sich bisher nie dafür begeistern, eine feste Beziehung mit einem Mädchen einzugehen. Er hält wenig von Hochzeiten und all diesen in seinen Augen verkrusteten Traditionen. Anders eben als die meisten weiblichen Altersgenossen. Keylam ist den meisten zu sehr Freigeist in einer engmaschigen, traditionsgeprägten Zeit.



STÄRKEN

{+} humorvoll & optimistisch
{+} aufgeschlossen
{+} temperamentvoll
{+} unabhängig & selbstständig
{+} charmant
{+} nervenstark & selbstsicher

SCHWÄCHEN

{-} ab und an planlos
{-} häufig zu nachdenklich
{-} draufgängerisch
{-} unkonzentriert
{-} verdrängt Unliebsames
{-} manchmal überfordert



BESONDERHEITEN

„Ich glaube ich konnte Ihnen nur körperlich etwas Besonderes bieten. Ich bin geistig voll auf der Höhe. Vielleicht ein bisschen anders als die Normalbevölkerung, aber das soll's ja geben, nicht wahr?“










TIERART
Zwergpfeifhase
(Ochotona pusilla)

NAME
Der Name Cítri ist abgeleitet von der Handelsbezeichnung des Topas ("Citrin"). Bevor Keylam sie fand, trug Cítri unterschiedliche Namen, erhalten von ihren Besitzern.

GESCHLECHT
Weiblich

GRÖSSE & GEWICHT
15 Zentimeter Körperlänge auf etwa 100 Gramm

FELL- & AUGENFARBE
Sandbraun & Knopfaugenschwarz

CHARAKTER
Cítri ist sehr hektisch und wuselig. Trotz ihrer geringen Größe verfügt sie über ein mehr als starkes Selbstbewusstsein und reagiert manchmal regelrecht herrisch. Sie möchte ernst genommen werden und versteht bei Respektsfragen keinen Spaß. Für sie ist Körpergröße völlig unwichtig.
Keylam ist - so abstrus das klingen mag - für sie wie ein Kind, auf das sie ständig Acht geben muss und das in irgend einer Form auch behütet werden will. Sie hält sich mit Schimpfwörtern selten zurück und sagt ihrem Seelenpartner gerade heraus, was ihr nicht passt. Gegenüber anderen Menschen und Tieren ist sie dagegen freundlich und offen und offenbart keine Spur der Grobheit, die sie Keylam gegenüber gern zeigt. Manche fragten sich schon des Öfteren, wie zwei so unterschiedliche Persönlichkeiten in einem Bündnis vereint werden konnten, wo sie sich doch oft verhalten wie Feuer und Wasser. Keylam jedoch weiß, dass Cítri ihm nie lange böse ist und sie wiederrum weiß, dass ihr Frust bei ihm nicht auf fruchtbarem Boden landet. Darum gleicht ein Streit der beiden immer eher spielerischen Sticheleien, deren Ernst man zurecht bezweifelt.
Ohne Cítri wäre Keylam wohl bei Weitem nicht da, wo er sich jetzt befindet. Sie ermahnt ihn, treibt ihn an und erinnert ihn an die Normen, die zu seinem Wohl geschaffen wurden. Trotz des Größenunterschiedes ist sie so wirklich zum Mutterersatz für ihn geworden. Vergliche man die Beziehung der beiden mit der eines verheirateten Ehepaares, ist Cítri die absolute Frau in dieser, die ihren etwas chaotischen Rockermann öfter daran erinnern muss, dass sie auch noch da ist.

EDELSTEIN

"Unser Topas ist nicht ganz makellos, wenn man genau hinsieht, findet man schwarze Einschlüsse. Ich weiß nicht, woher er kam und was er bedeutet, aber er scheint enorm wichtig für unser Bündnis zu sein. Gefunden habe ich ihn im Rohzustand, da sah er aus wie ein Stück Brauner Kandis. Aber ein Juwelier hat ihn mir geschliffen und in eine Anhängerfassung gesetzt."




HERKUNFT
<
USA, Bundesstaat South Carolina

VORGESCHICHTE


1930 - 1944 „Auf der Welt wird es immer Krieg geben. Spätestens dann, wenn man den Frieden erhalten will. Bescheuert. Aber ich bin auch nur eine Spielfigur im Schachfeld der Mächte. Aber fangen wir weniger pessimistisch an.
Am 12. Januar 1930 erblickte ich in Columbia, South Carolina das Licht der Welt. Meine Familie stammt aus Irland, sie waren Einwanderer. Deshalb mein Vorname.
Meine Kindheit war vom ländlichen Bauernhofleben geprägt. Wir hatten schon immer Rinder, Ziegen, Schafe, Kaninchen, Katzen und einen alten Hund. Wenn mein Vater geschlachtet hat, habe ich weinend auf dem Dachboden gesessen und gemeinsam mit meinem älteren Bruder und den sterbenden Tieren aufgeheult. Ich weiß, das klingt jetzt echt sehr melodramatisch, aber als Kind geht einem sowas wirklich extrem nahe. Schließlich habe ich ihnen allen Namen gegeben, sie gefüttert und gestreichelt. Aber das alles ging, es hielt sich in Grenzen. Mein Vater verstand uns nicht, er dachte wir wären zu weich. Deshalb zwang er uns, zuzusehen. Aber auch nur ein einziges Mal.
Als ich acht Jahre alt war, erzählte mir mein wahnsinnig alter Großvater, der mit auf unserem Hof lebte, eine Geschichte, die mein Leben verändern sollte. Schon wieder diese Dramaturgie, tut mir Leid, Sir.
Es war diese Legende, die vom Krieg der Tiere gegen die Menschen berichtete. Nein, eigentlich ja andersherum. Ich fühlte mich bestätigt, man durfte Tiere nicht einfach gefangen halten, schlachten und essen. Mein Großvater war Vegetarier, vielleicht wurde er deshalb so alt. Mit einem Tag auf den anderen verweigerte auch ich alles, was mal ein Tier gewesen war. Jetzt wusste ich ja, dass es auch andere Wege gab, um zu leben. Meine Eltern verstanden mich nicht, beschimpften meinen Großvater, was er mir für Flausen in den Kopf setzen würde. Den Höhepunkt erreichte unser Familienkonflikt, als ich mitbekam, wann der nächste Schlachttag angesetzt war. Drei junge Bullen, ein alter Ziegenbock und zehn Kaninchen sollten am Tag darauf ihr Leben aushauchen. Aber nicht mit mir! In einer Nacht- und Nebelaktion schlich ich mich mit meinem Bruder Anthony aus dem Bett und dem Haus, hinein in den Stall. Ganz leise und ruhig gelang es mir, die Bullen aus dem Gatter zu locken. Nur weiter liefen sie leider nicht. Ich hoffte, dass sie die Dringlichkeit des Problems erfassen würden, während ich alle 31 Kaninchen auf das Feld hinter dem Haus schleppte. Da ich nicht wusste, welche zehn von ihnen dran glauben sollten, befreiten wir großmütig einfach alle. Und die liefen auch brav davon, während ich mich mit dem Ziegenbock abmühte. Da der mir einfach überall hin folgte, lotsten wir ihn schließlich zu meinem besten Freund, der ihn mit meiner Hilfe in ihrem Stall unterbrachte.
Am nächsten Tag kassierte ich Prügel wie nie in meinem Leben, aber ich war trotzdem glücklich und stolz auf meine Taten. Anthony wurde verschont, weil er bereits älter war. Meine Eltern glaubten, ich hätte ihn bestochen, damit er mir half.
Dass die Bullen nur 100 Meter entfernt wieder eingesammelt wurden und zu Fleisch verarbeitet wurden und auch der Ziegenbock zurückkam, verpasste dem nur einen leichten Dämpfer. Wenigstens bei den Kaninchen konnte ich mir einreden, ihnen die Freiheit verschafft zu haben."

A warning to the people, the good and the evil
.........................................................This is war
To the soldier, the civillian, the martyr, the victim
.........................................................This is war

1944 - 1945 "Plötzlich war überall von Krieg die Rede. Ich war inzwischen 14 Jahre alt und immer wieder sprachen meine Eltern von Europa, von Pearl Harbor, von einem Krieg, der nichts gemein hatte mit den Geschichten vom Kampf der Tiere. Rein äußerlich hatte sich bei uns nichts verändert, aber unser Tagesablauf wurde von Sorge begleitet. Und dann kamen drei Briefe, adressiert an meinen Vater, Anthony und mich. Als ich meine Mutter weinen sah, wusste ich, dass sie um uns weint, ohne den Inhalt der Briefe zu kennen. Doch diesen sollte ich schnell erfahren.
Anthony, 18 Jahre und bereits Absolvent des Pflichtdienstes der Army, wurde nach Deutschland beordert, ebenso wie mein Vater und auch ich. Unser Wohnort war günstig und ich erfuhr später, dass alle Oststaaten der USA Jugendliche ab 14 Jahren nach Deutschland entsendeten. So wurden Reisekosten durch das gesamte Land gespart, die Weststaaten hatten zudem mit Japan zu kämpfen. So blieben nur wir. Ich war ja erwachsen, auf dem Papier.

Der Flug ging von Columbia nach Paris, das von den Truppen gerade erst erobert worden war. Wir fuhren von dort aus in Panzern, auf Autos und mit Zügen weiter. Mein Vater war bereits an einem anderen Ort stationiert worden, ihn sah ich nie wieder. Anthony und mich ließ man zusammen, rückblickend ein großes Glück und ein Zufall, der mir mit Sicherheit mehrmals das Leben gerettet hat. Unser Ziel nannte sich Freudenstadt. Den Umstand an sich fand ich bereits da unheimlich. Eine Stadt erobern, die so hieß? Man rüstete uns mit leichten Maschinengewehren, Helmen und Plastikwesten aus und sagte uns, was zu tun sei. Die Stadt befreien, deutsche Männer erschießen, bevor sie uns erschossen. Keine Gefangene nehmen, das war nicht das Ziel dieser Aktion. Ich zweifelte nicht an den Befehlen und hielt mich an Anthony. Dann folgte unser eingetrichtertes Ziel ganz schnell. Wir nahmen die Stadt unter Beschuss, mit einer für mich damals so unpassenden Ruhe und Gelassenheit. Hin und wieder zischten Bomben über uns und der Lärm war fast nicht zu ertragen. An einem dieser Tage habe ich mein Gehör auf dem linken Ohr verloren.

Und dann, ganz plötzlich, kamen Schüsse aus der Gegenrichtung. Man schoss direkt in unsere Einheit. Und Anthony fiel, nur zwei Meter neben mir. Mich trafen ein oder zwei Geschosse ins Bein, doch ich spürte keinen Schmerz. Ich war so sicher, dass wir etwas falsch gemacht hatten, zu verlieren drohten. Aber im Augenblick des Beschusses rückte Verstärkung an und ich konnte mich neben Anthony auf den blutbesudelten Boden werfen.
„Alles wird gut Junge, die anderen kümmern sich um die.“ und „Es kommen gleich Leute, die euch helfen.“ waren Sätze, die mir in dem Augenblick ständig gesagt wurden. Ich hoffte besonders auf letzteres, denn Anthony war noch nicht tot. Er blutete stark und weinte neben mir, während ich seinen Arm umklammerte und ebenfalls weinte.

Aber es kam niemand, der uns half. Keine Lazarettmitarbeiter, kein Sanitäter, kein Arzt. Ich wartete vergebens, während Anthony neben mir starb. In meiner Verzweiflung, versuchte ich ihn zu retten, doch ich hatte keine Ahnung, wie. Auf dem dreckigen, blutigen Schlachtfeld, zwischen Leichen und Verletzten, schwor ich mir voller Trauer und Wut, alles einmal besser zu machen. Ich würde dem Krieg kein Helfer mehr sein. Nur ein Arzt, der auch den ärmsten Soldaten half.

Freudenstadt war erobert, wieder voller Freude. Voll von der Freude der Leichen. Ich verstehe den Namen bis heute nicht. Allein humpelte ich durch die vollkommen zerstörte Stadt, die nur aus zwei Farben zu bestehen schien: Grau, vom Schutt der Häuser und Rot vom Feuer und Blut. Der Umstand von unserer Begegnung war mehr als absurd. Ich hielt Cítri zuerst für einen Hamster, womit ich nicht einmal ganz falsch lag. Ich stand da, mit verletztem Bein, das Gesicht von Tränen und Blut verschmiert und sie kletterte über die Leiche einer Frau. Wir standen beide da, starrten uns an und dachten das Gleiche. Igitt!
Dieses erste Wort, das sie unabsichtlich mental an mich richtete, war so tröstlich, dass ich wieder in Tränen ausbrach. Wie ich schließlich ins Lazarett kam, weiß ich nicht. Vermutlich hatte ich Glück und ein Sanitäter sammelte mich auf, nachdem ich bewusstlos geworden war. Der Schmerz in meinem Bein wurde übermächtig und ich war nicht einmal in der Lage, mich wirklich mental mit Cítri zu unterhalten. Sie hatte sich in meiner Uniform versteckt und verbarg sich im Lazarett unter meinem Bett. Heute weiß ich, dass sie damals um ihr Leben fürchtete, denn sie wusste bereits, dass mein Tod ihr Ende gewesen wäre. Doch soweit kam es nicht. Ich habe kaum brauchbare Erinnerungen an die Zeit im Lazarett und den Rückflug in die USA, was ich den Ärzten zu verdanken habe. Sie pumpten mich mit Morphium voll bis ich ohne Schmerzen hätte auf meinem verletzten Bein tanzen können. Anthonys vermeintlicher Tod schien mir in dieser Zeit so fern wie zukünftig nie mehr. Ich kann nicht behaupten, irgendwie gelitten zu haben, die Wochen im Lazarett waren sogar in einer entrückten Form lustig. Die Verwundeten, die ihre Arme noch hatten, brachten mir bei wie man Skat spielt und gewinnt. Manchmal trugen sie einen der Mitspieler am Morgen weg, obwohl er abends noch mit uns gelacht hatte. Aber daran gewöhnte man sich schnell. Als sie mich wegbringen wollten, habe ich auf sie eingeredet weil ich glaubte, sie würden mich für tot halten. Dabei ging es für mich nur nach Hause.

In den USA verfrachtete man mich in ein Militärhospital, in dem man versuchte, mir die Kugeln aus dem Bein zu entfernen. Mindestens eine jedoch hatte den Knochen getroffen und war dort stecken geblieben. Ohne Amputation war es den Ärzten unmöglich, sie zu entfernen. Wieso sie ersteres nicht einfach taten, erfuhr ich erst viel später. Meine Mutter hatte ihre Zustimmung nicht gegeben und so ließen sie die Kugel, wo sie war. Gleichzeitig waren sie damit beschäftigt, mich und die anderen verwundeten Soldaten von unserer von ihren Kollegen verursachten Sucht zu befreien. Radikalentzug von Morphium - ich kann mich nur dunkel an die Qualen erinnern, die ich wochenlang durchlitt. Heute nehme ich ihnen diese Methode mehr übel, als die Tat der Ärzte, die es uns gaben."

1945 - 1952 "Meine Mutter erwartete ein weiteres Kind! Diese Nachricht zog mir den Boden unter den Füßen weg, als ich endlich entlassen wurde. Sie hatte noch während des Krieges einen neuen Mann kennengelernt, der bereits auf dem Hof wohnte. Wenig später erblickte mein Halbbruder Quinn das Licht der Welt. Von meiner Familie erhielt ich kaum Trost über den Verlust meines großen Bruders hinweg. Meine Mutter weinte anfangs viel, aber ich hatte keine Tränen mehr. Nur einmal, ganz zu Beginn meiner Rückkehr umarmte sie mich und ich hatte kurz das Gefühl, sie wäre froh, dass wenigstens ihr jüngster Sohn den Krieg einer fremden Nation auf einem fremden Kontinent überlebt hatte.
Allein Cítri kümmerte sich um mich und gab mir Kraft in dieser Zeit. Doch das, was man allgemein als Zuhause bezeichnete, war für mich keines mehr, nirgendwo fühlte ich mich einsamer. Noch bevor Quinn seinen ersten Geburtstag feierte, hatte Cítri irgendwie ein Internat aufgetrieben und animierte mich dazu, meine Mutter zu einer Zusage zu überreden. Das ließ sie sich nicht zweimal sagen. Auch wenn sie anfangs zögerte, überzeugte meine vermeintliche Begeisterung sie schließlich.
Tatsächlich ließ mich der ausschließliche Kontakt zu Gleichaltrigen und die Entfernung zu meiner übrig gebliebenen Familie aufblühen. Cítri begleitete mich selbstverständlich und spornte mich an, denn sie wusste um mein im Krieg gesetztes Ziel. So betrachtet war die Zeit im Internat die glücklichste meines Lebens ohne Anthony. Ich hatte viele Freunde und ich begann Schritt für Schritt, das Erlebte zu verdrängen. Hier brauchte ich es nicht, es interessierte niemanden. Und darüber war ich froh. Dass ich meinen Abschluss mit Bravour bestand, verdanke ich wohl allein Cítri. Sie weigerte sich, in meinem Zimmer zu bleiben und während der Prüfung mental vorzusagen und ich schaffte es trotzdem. Nun stellte sich für mich nicht mehr die Frage, was ich studieren wollte, sondern wo."

1952 - today "Es war Zufall, dass Cítri und ich auf Angen kamen. Das Land war nicht so weit weg, so dass ich Reisekosten sparen konnte. Die Stadt Hanya verfügte über eine Universität, an der Medizin unterrichtet wurde. Und ganz nebenbei reizte es mich und meine Partnerin, einmal das Land aus den Legenden zu sehen und in diesem zu leben. Der Entschluss fiel relativ spontan. Die Annahme und Immatrikulation an der Uni von Hanya folgten im August '52 und ich begab mich auf Wohnungssuche. Mein Budget war denkbar schlecht für einen Start ins Studentenleben, da ich während der Schulzeit keine Gelegenheit gehabt hatte, noch zu arbeiten. Den Dienst an der Waffe hatte ich wegen meines Beins nicht leisten können und auch nicht gewollt. Doch zu meiner Mutter wollte ich den Kontakt so weit es ging begrenzen, weshalb ich sie niemals um Geld gebeten hätte. Schließlich fand sich eine winzige Wohnung in einem heruntergekommene Altbau für mich, deren Miete erschwinglich war. Nun hatte ich mein eigenes Zuhause, das Medizinstudium begann.
Dem allerersten Katori begegnete ich auch gleich in der Uni. In der Cafeteria lernte ich Chun aus Kanada kennen, der hier Kunst studierte. Seine Seelenpartnerin, ein Reh, konnte mit Cítri sprechen, was beide absolut begeisterte. Doch das sollte nur der Anfang sein. Einige Monate später traf ich in der Stadt auf eine junge Frau, deren - nun ich nenne es mal - "Aura" sich so anfühlte wie die von Chun. Ich lernte Grace kennen, die Anführerin der Katori von Hanya. Sie zeigte mir und Cítri das Hauptquartier und die anderen Katori, die sich bereits versammelt hatten. Auf einmal war ich nicht mehr allein mit Cítri, sondern wir waren Teil eines Ganzen. Einer Organisation, die im Verborgenen handelte.
Den Katori verdanke ich letztlich auch, dass ich Jane kennenlernte. Ebenfalls Mitglied der Gruppe, trafen wir uns zufällig in einem kleinen Café und sprachen viel miteinander. Diese Beziehung begann mit ihrem Kuss und endet hoffentlich nie. Doch nicht nur durch sie änderte sich für mich so vieles grundlegend. Ein anderes Café, ein Mann, der einmal ein Katori gewesen sein musste - ich hatte vollkommen unerwartet meinen großen Bruder wiedergefunden. Anthony war nicht gefallen, man hatte ihn retten können. Auch durch das Opfer seiner Seelenpartnerin Faith; so erfuhr ich, dass er ebenfalls ein Katori gewesen war. Wie durch Zufall arbeitet er im Krankenhaus von Hanya als Arzt ...
Und auch mein Zuhause habe ich nicht mehr für mich allein und Cítri: Eines Abends stand ein Junge vor der Haustür, den ich sofort erkannte, obwohl ich ihn acht Jahre lang nicht gesehen hatte: Quinn. Mein Halbbruder, ebenfalls frisch gebackener Katori und heimatlos. Er war vom elterlichen Hof abgehauen um mich zu finden. Was konnte ich anderes machen, als meine Scheu ihm gegenüber zu überwinden und ihn bei mir wohnen zu lassen?"





AVATARPERSON

Jared Leto

SCHRIFTFARBE
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BeitragThema: Re: STECKBRIEFE   So Mai 19, 2013 3:52 am




.............
• keylam james rothwell • 23 Jahre • 12. Januar 1930 • linksseitig taub •


the simple facts

Keylam ist ganz sicher kein häufiger Name und lässt dadurch viele aufhorchen. Er kommt aus dem Altirischen und bedeutet so viel wie "wo die Seele innewohnt" oder "Hüter der Seele". Fast scheint es so, als hätte seine Mutter gewusst, was er einmal werden würde. Der Tradition folgend erhielt Keylam den Vornamen seines Vaters James als Zweitnamen und stellt sich auch immer mit diesem, sowieso seinem Nachnamen vor. Rothwell ist ein alter Familienname, der auf angelsächsische Siedler zurückgeht, die sich in Großbritannien niederließen - auf dem Wappen ist ein Ritterhelm auf rot-silbernem Grund abgebildet. Keylam gibt allerdings nicht besonders viel auf Ahnenforschung und Familie.

Am 12. Januar erblickte Keylam als zweites Kind von James und Amanda Rothwell das Licht der Welt und lebte fortan auf deren Farm im mittleren South Carolina, bis er 15 war. Nach dem Krieg folgte das Internatsleben in Illinois. Spätestens dort wurde ihm klar, dass sein linkes Ohr vermutlich nie wieder funktionieren würde, wie es das vor dem Krieg getan hatte. Allerdings hat er gelernt, so geschickt damit umzugehen, dass nur in den seltensten Fällen jemand mitbekommt, dass er halbseitig taub ist.

Die Bezeichnung "Katori" kam ihm erst nach seinem Umzug nach Angen zu Ohren, als er vermeintlich erstmalig einen anderen Menschen traf, der mit einem Tier sprechen konnte. Zuvor war er überzeugt davon, dass er damit ziemlich allein dastand und dachte sich natürlich keinen eigenen begriff aus. Jetzt aber ist er ein fester Bestandteil der Katorigruppierung und überzeugter Kämpfer für die Seelen der Tiere, der seine Aufgaben sehr ernst nimmt.



Bought my fate, straight from hell.
A second sight is paid off well.


Outside

Keylam ist kein Mensch, der sich über sein Aussehen definiert, auch wenn das Potenzial dafür definitiv vorhanden ist. Er ist sich nicht wirklich bewusst, dass er attraktiv ist, auch wenn seine Freundin ihm das oft genug klar zu machen versucht. Dadurch, dass er als Katori auch Vegetarier ist, ist er sehr schlank und nicht übermäßig muskulös - von Armen und Schultern einmal abgesehen. Mit einem Meter dreiundachtzig ist er auch kein Riese, aber eben auch kein Zwerg und liegt damit im männlichen Durchschnitt.
Auffällig an seiner Erscheinung sind meistens Keylams Haare, die er liebend gern verändert, was Farbe, Länge und Schnitt angeht. Alles was im Bereich des Möglichen liegt, hat er schon ausprobiert, auch wenn er meistens schnell zum Ursprung zurückfindet: schulterlang, natürlich braun und etwas zerzaust. Aber auch blondiert und rot gefärbt ist er schon in die Uni marschiert - er hat keine Hemmungen vor Ablehnung, Getuschel oder Anfeindungen, weil er sich nicht an die aktuelle Mode hält.
Bei seiner Naturhaarfarbe und seinem Teint, den man nicht gerade als leichenblass bezeichnen kann, verwundern seine Augen schlussendlich doch ein wenig. Sie sind von einem sehr hellen und klaren Blau, das er mit großer Wahrscheinlichkeit von Vater und Großvater geerbt hat. Unter den Katori ist es inzwischen als "Rothwell-Blau" bekannt.



Würde er baden gehen, könnte man auf Keylams linkem Knie mehrere Narben erkennen und sich darüber wundern, warum das ganze Gelenk etwas unförmig erscheint. Aber Knie sind ja bekanntermaßen anfällig bei Stürzen und allem möglichen, so dass kaum jemand danach fragen würde. Wie auch seine Taubheit kommen Keylams Knieprobleme vom Krieg, in dem er angeschossen wurde. Vollständig entfernt werden konnte das Projektil auch in zwei späteren Operationen nicht. Man kann sich vorstellen, dass es nicht unbedingt gesund sein kann, jahrelang einen Fremdkörper in einem sehr häufig und intensiv genutzten Gelenk mit sich herum zu tragen. Der eigentliche Grund für die Schmerzen, die er inzwischen immer öfter hat, ist auch nicht das Projektil, sondern der durch die Verschiebung des Gelenks völlig abgenutzte Knorpel.



This is a fight for love, lust, hate, desire
We are the children of the great empire.


Inside

Keylam ist kein einfach gestrickter Mensch, auch wenn es auf den ersten Blick so scheinen mag. Er versucht, unkompliziert zu sein, auch weil er es selbst viel lieber wäre. Also stellt er das, was ihn kompliziert macht, so weit nach hinten wie er kann. Wer ihn neu kennenlernt, wird ihn als freundlichen, offenen und gewitzten jungen Mann beschreiben, der viel lacht und sich für nichts zu schade ist. Da man bei flüchtigen Bekanntschaften eher nicht über private Dinge spricht, fällt so selten auf, dass er bei Erzählungen über sich selbst sehr unkonkret und oberflächlich, ja fast schon banal bleibt. Aber es passt zu seiner offen-witzigen Art, so dass es niemanden wundert, dass er keine tiefsinnigen Geschichten aus der Versenkung holt, wenn er nach privaten Stories gefragt wird. Obwohl er genug zu erzählen hätte, hört der 23-Jährige lieber Anderen zu und amüsiert sich mit ihnen über deren Geschichten.

Auch wenn man annehmen könnte, Keylam wäre ein nachdenklicher und zurückgezogener Mensch, sobald er allein ist ... er ist es nicht. Zwar malt er relativ viel und liest dafür viel zu wenig, aber er ist niemand, den man als melancholisch oder trübsinnig bezeichnen könnte. Natürlich kommt das - wie bei jedem anderen Menschen wohl auch - auf seine Stimmung an, aber da die meistens ziemlich gut ist, sieht man ihn selten in Gedanken versunken, außer er spricht mit Cítri.
Seine ehrliche Offenheit aber zeigt er nur Menschen, denen er tief vertraut. Im Moment ist das nur seine Freundin, auch wenn er ihr gegenüber ebenso unehrlich werden kann, wie zu allen anderen Menschen. Meistens ist er sich selbst nicht einmal bewusst, dass jedes bisschen Fassade gelogene Fröhlichkeit ist. Weil er sich so gut selbst belügen kann, tut er es unabsichtlich auch mit allen, die ihn umgeben. In seinen Augen sind seine Sorgen und Probleme sein eigenes Ding, mit dem er niemanden belasten oder stören will - Sachen, die er selbst in die Hand nehmen muss und bei denen er nie auf die Idee kommen würde, Hilfe von Anderen zu erbitten. Mit den Jahren ist er zu einem stillen Einzelkämpfer geworden, der Fragen nach seinem Befinden generell belächelt, egal wie es dahinter wirklich aussieht.

So selbstbewusst sich Keylam auch gibt, er ist es absolut nicht. Eine seiner größten Schwächen ist sein tief sitzender Zweifel an allem, was er tut und seine Unfähigkeit, Verantwortung zu übernehmen. Er selbst vermutet, dass er das seinem Vater zu verdanken hat, der sich nie mit seinem jüngsten Sohn zufrieden zeigte, egal was er tat. Im Nachhinein gibt er ihm keine Schuld dafür, ist aber auch nicht in der Lage, etwas an diesem Charakterzug zu ändern, der ihn oftmals einschränkt und wanken lässt. Er streitet nicht gern und beharrt nicht auf seiner Meinung, weil er sich oft nicht sicher ist, ob er Recht hat oder nicht.

Wenn es um irgendwelche spontanen Aktionen geht, ist er allerdings immer mit dabei, meistens in erster Reihe. Er hält nicht besonders viel von durchdachten Plänen und Organisation, weil es ihm selbst nicht liegt. Lieber startet er mit seiner 'Wird schon werden'-Einstellung und schaukelt sich chaotisch und planlos durch jede Aktion. Mit einer großen Portion Glück ist er bisher noch überall wieder herausgekommen.



CAPRICE FLEUR KALIV: "Keylam ist … eine gute Frage. Auf der einen Seite sehr direkt, offen und auf eine, gerade noch annehmbare Weise, aufdringlich. Naja, streichen wir das einmal direkt. Er braucht doch unglaublich lange, bis er einmal auf den Punkt kommt, wenn überhaupt. Sei es nun ob er freiwillig oder unfreiwillig über Dinge spricht. Besonders bei letzterem ist es sehr schwer, etwas aus ihm heraus zu bekommen, was wohl auch daran liegt, dass sich Keylam sehr viele Gedanken darüber macht, was sein Bruder oder auch seine Freundin Jane über ihn denken, von ihm halten könnten. Zum einen möchte er sie nicht enttäuschen und zum anderen auch nicht belasten. Er ist sehr sensibel, ohne es selbst zu wissen. Wenn ich da an unser nächtliches Gespräch denke, bräuchte er wohl einmal jemanden, der ihm regelmäßig in den Allerwertesten tritt, damit er voran kommt.
Er kann aber wie gesagt auch ein sehr offener und zuvorkommender Mensch sein. Zumeist. Wenn er einen loswerden möchte, ist er doch recht schroff, aber das ist wohl eher eine Ausnahme. Zugegeben, bisher hatte ich nicht viele Möglichkeit, andere Seiten von ihm kennen zu lernen, doch ich denke, dass er ein herzensguter Mensch ist, der mit seinem Leben nicht selten etwas überfordert ist. Ihm fehlt etwas die Eigenschaft, nach Hilfe zu fragen, aber vielleicht sollte man das auch nicht unbedingt erwarten. Mose irrte schließlich auch 40 Jahre durch die Wüste, hätte er nach dem Weg gefragt, wären es sicherlich weniger gewesen. Doch allein die Tatsache, dass er sich so um seinen jüngeren Bruder kümmert, spricht für sich."





Stärken
• humorvoll
• zuversichtlich
• aufgeschlossen
• empathisch
• tolerant
• vorbehaltlos
• verlässlich

Schwächen
• sensibel
• verschlossen
• unsicher
• konfliktscheu
• chaotisch
• zurückgezogen
• unehrlich



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• cítri • zwergpfeifhase • weiblich • topas •


the spiritual alliance

Cítri ist ein kleines, unscheinbares Tierchen, das man für einen etwas groß geratenen Hamster halten könnte, wenn man keine Ahnung hat. Dieser Vergleich regt sie übrigens fürchterlich auf und sie wird nicht müde zu erklären, dass sie ein Pfeifhase ist. Die Vorsilbe "Zwerg-" lässt sie aber allzu gern weg. Ihren Namen leitete Keylam von der alten Handelsbezeichnung des Topas - Citrin - ab. Bevor er sie fand, trug sie unterschiedliche Namen, aber sie hatte nichts dagegen, dass ihr menschlicher Partner einen neuen für sie aussuchte. Und weil ihr gemeinsamer Bündnisstein ein goldbrauner Topas ist, lag dieser Name nahe. Den Stein trägt Keylam als Kette bei sich.
Cítri wiegt kaum mehr als 100 Gramm und knackt auf einem Lineal liegend die 15-Zentimeter-Marke. Ihr Fell ist sandbraun und glänzend, ihre Augen schwarz wie Onyxe.


Inside

Auch wenn der Spruch "Klein, aber oho" alt und langweilig ist, auf Cítri trifft er doch wie die Faust aufs Auge. In dem kleinen Nagetier steckt ein überaus selbstbewusster und beinahe herrischer Charakter, der es hasst, auf seine Körpergröße beschränkt und nicht ernst genommen zu werden. Man kann keinen größeren Fehler machen, als Cítri zu unterschätzen. Wäre sie ein Mensch, hätte sie wohl die Gestalt einer resoluten alten Dame mit Nudelholz in der Hand und dauerhaft strengem, prüfenden Blick. Die Pfeifhäsin verfügt über ein Selbstbewusstsein, von dem sich auch der ein oder andere Katori schon einschüchtern ließ und ihr ist es vollkommen egal, wie groß sie ist und wie leicht sie gefressen, zertreten und weggeschubst werden könnte. Ihr Charakter zeichnet sich außerdem durch schonungslose Ehrlichkeit und Direktheit aus. Cítri ist nie, wirklich nie, um ein paar Worte verlegen. Und die können manchmal wirklich sehr hart sein.

Ihre Beziehung zu Keylam ist ganz sicher kein Bilderbuch. Sie regt sich sehr oft sehr intensiv über ihn auf, ganz egal was er tut. Er wiederum zieht sie auf, ärgert und stichelt gegen sie und stellt sie vor Anderen bloß. Dennoch steckt bei beiden nie wirklicher Ernst dahinter, es sei denn es geht um das Thema Liebe. Ansonsten ist Keylam für Cítri wie ein Kind, auf das sie Acht geben muss und möchte, um das sie sich sorgt und für das sie das Beste hofft, ohne diese Emotionen zeigen zu können. Vielleicht kann sie Keylam nicht zeigen, wie sehr sie ihn liebt, weil er ihre Gefühle spürt und kennt - und sie seine, die ihren sehr ähnlich sind. Sie wissen, wie wichtig sie für einander sind und verzichten darauf, es auszusprechen. Stattdessen giften sie sich lieber an.




I am alive, just playing dead.
I'm going to say what should have never been said.


The Unforgotten past



1930 - 1944 „Auf der Welt wird es immer Krieg geben. Spätestens dann, wenn man den Frieden erhalten will. Bescheuert. Aber ich bin auch nur eine Spielfigur im Schachfeld der Mächte. Aber fangen wir weniger pessimistisch an.
Am 12. Januar 1930 erblickte ich in Columbia, South Carolina das Licht der Welt. Meine Familie stammt aus Irland, sie waren Einwanderer. Deshalb mein Vorname. Meine Kindheit war vom ländlichen Bauernhofleben geprägt. Wir hatten schon immer Rinder, Ziegen, Schafe, Kaninchen, Katzen und einen alten Hund. Wenn mein Vater geschlachtet hat, habe ich weinend auf dem Dachboden gesessen und gemeinsam mit meinem älteren Bruder und den sterbenden Tieren aufgeheult. Ich weiß, das klingt jetzt echt sehr melodramatisch, aber als Kind geht einem sowas wirklich extrem nahe. Schließlich habe ich ihnen allen Namen gegeben, sie gefüttert und gestreichelt. Aber das alles ging, es hielt sich in Grenzen. Mein Vater verstand uns nicht, er dachte wir wären zu weich. Deshalb zwang er uns, zuzusehen. Aber auch nur ein einziges Mal.
Als ich acht Jahre alt war, erzählte mir mein wahnsinnig alter Großvater, der mit auf unserem Hof lebte, eine Geschichte, die mein Leben verändern sollte. Schon wieder diese Dramaturgie, tut mir Leid.
Es war diese Legende, die vom Krieg der Tiere gegen die Menschen berichtete. Nein, eigentlich ja andersherum. Ich fühlte mich bestätigt, man durfte Tiere nicht einfach gefangen halten, schlachten und essen. Mein Großvater war Vegetarier, vielleicht wurde er deshalb so alt. Mit einem Tag auf den anderen verweigerte auch ich alles, was mal ein Tier gewesen war. Jetzt wusste ich ja, dass es auch andere Wege gab, um zu leben. Meine Eltern verstanden mich nicht, beschimpften meinen Großvater, was er mir für Flausen in den Kopf setzen würde. Den Höhepunkt erreichte unser Familienkonflikt, als ich mitbekam, wann der nächste Schlachttag angesetzt war. Drei junge Bullen, ein alter Ziegenbock und zehn Kaninchen sollten am Tag darauf ihr Leben aushauchen. Aber nicht mit mir! In einer Nacht- und Nebelaktion schlich ich mich mit meinem Bruder Anthony aus dem Bett und dem Haus, hinein in den Stall. Ganz leise und ruhig gelang es mir, die Bullen aus dem Gatter zu locken. Nur weiter liefen sie leider nicht. Ich hoffte, dass sie die Dringlichkeit des Problems erfassen würden, während wir alle 31 Kaninchen auf das Feld hinter dem Haus schleppten. Da ich nicht wusste, welche zehn von ihnen dran glauben sollten, befreiten wir großmütig einfach alle. Und die liefen auch brav davon, während ich mich mit dem Ziegenbock abmühte. Da der mir einfach überall hin folgte, lotsten wir ihn schließlich zu meinem besten Freund, der ihn mit meiner Hilfe in ihrem Stall unterbrachte.
Am nächsten Tag kassierte ich Prügel wie nie in meinem Leben, aber ich war trotzdem glücklich und stolz auf meine Taten. Anthony wurde verschont, weil er bereits älter war. Meine Eltern glaubten, ich hätte ihn bestochen, damit er mir half.
Dass die Bullen nur 100 Meter entfernt wieder eingesammelt wurden und zu Fleisch verarbeitet wurden und auch der Ziegenbock zurückkam, verpasste dem nur einen leichten Dämpfer. Wenigstens bei den Kaninchen konnte ich mir einreden, ihnen die Freiheit verschafft zu haben.


1943 - 1945 Plötzlich war überall von Krieg die Rede. So richtig präsent wurde dieser aber erst für uns, als ein Brief ins Haus flatterte, der meinen Vater als ehemaligen Berufssoldaten nach Großbritannien bestellte. Die Namen Tunesien und Libyen fielen, ich verstand gar nichts. Heute weiß ich so halbwegs sicher, dass er für die letzten Monate des Afrikafeldzuges die Briten unterstützen sollte und dort ums Leben kam. Meine Mutter weinte wirklich viel dafür, dass sie zu dem Zeitpunkt schon einen Geliebten hatte und vermutlich schwanger war. Dann war lange Zeit Ruhe, man verfolgte die Nachrichten aus Europa und von der Westküste nervös. Bis schließlich ein weiterer Brief der Regierung eintraf - diesmal an Anthony. Mein Bruder, 18 Jahre und bereits Absolvent des Pflichtdienstes der Army, wurde nach Deutschland beordert. Unser Wohnort war günstig und die USA benötigten für ihren Eintritt in den Krieg jeden Mann, der mit einer Waffe umgehen konnte. So wurden Reisekosten durch das gesamte Land gespart, die Weststaaten hatten zudem mit Japan zu kämpfen. So blieben nur wir. Aber für mich stand außer Frage, dass ich Anthony allein gehen lassen würde. Ich bastelte an meinem Pass herum, machte mich älter und stahl mich von Zuhause weg, um Anthony zu folgen.

Der Flug ging von Columbia nach Paris, das von den Truppen gerade erst erobert worden war. Wir fuhren von dort aus in Panzern, auf Autos und mit Zügen weiter. Anthony und mich ließ man zusammen, nachdem ich ihn endlich wiedergefunden hatte, rückblickend ein großes Glück und ein Zufall, der mir mit Sicherheit mehrmals das Leben gerettet hat. Unser Ziel nannte sich Freudenstadt. Den Umstand an sich fand ich bereits da unheimlich. Eine Stadt erobern, die so hieß? Man rüstete uns mit leichten Maschinengewehren, Helmen und Plastikwesten aus und sagte uns, was zu tun sei. Die Stadt befreien, deutsche Männer erschießen, bevor sie uns erschossen. Keine Gefangene nehmen, das war nicht das Ziel dieser Aktion. Ich zweifelte nicht an den Befehlen und hielt mich an Anthony. Dann folgte unser eingetrichtertes Ziel ganz schnell. Wir nahmen die Stadt unter Beschuss, mit einer für mich damals so unpassenden Ruhe und Gelassenheit. Hin und wieder zischten Bomben über uns und der Lärm war fast nicht zu ertragen. An einem dieser Tage habe ich mein Gehör auf dem linken Ohr verloren.

Und dann, ganz plötzlich, kamen Schüsse aus der Gegenrichtung. Man schoss direkt in unsere Einheit. Und Anthony fiel, nur zwei Meter neben mir. Mich trafen ein oder zwei Geschosse ins Bein, doch ich spürte keinen Schmerz. Ich war so sicher, dass wir etwas falsch gemacht hatten, zu verlieren drohten. Aber im Augenblick des Beschusses rückte Verstärkung an und ich konnte mich neben Anthony auf den blutbesudelten Boden werfen.
„Alles wird gut Junge, die anderen kümmern sich um die.“ und „Es kommen gleich Leute, die euch helfen.“ waren Sätze, die mir in dem Augenblick ständig gesagt wurden. Ich hoffte besonders auf letzteres, denn Anthony war noch nicht tot. Er blutete stark und weinte neben mir, während ich seinen Arm umklammerte und ebenfalls weinte.

Aber es kam niemand, der uns half. Keine Lazarettmitarbeiter, kein Sanitäter, kein Arzt. Ich wartete vergebens, während Anthony neben mir starb. In meiner Verzweiflung, versuchte ich ihn zu retten, doch ich hatte keine Ahnung, wie. Auf dem dreckigen, blutigen Schlachtfeld, zwischen Leichen und Verletzten, schwor ich mir voller Trauer und Wut, alles einmal besser zu machen. Ich würde dem Krieg kein Helfer mehr sein. Nur ein Arzt, der auch die ärmsten Soldaten vor dem Tod bewahrte.

Freudenstadt war erobert, wieder voller Freude. Leichenfreude, Totenfreude. Ich verstehe den Namen bis heute nicht. Allein humpelte ich durch die vollkommen zerstörte Stadt, die nur aus zwei Farben zu bestehen schien: Grau, vom Schutt der Häuser und Rot vom Feuer und Blut. Der Umstand von unserer Begegnung war mehr als absurd. Ich hielt Cítri zuerst für einen Hamster, womit ich nicht einmal ganz falsch lag. Ich stand da, mit verletztem Bein, das Gesicht von Tränen und Blut verschmiert und sie kletterte über die Leiche einer Frau. Wir standen beide da, starrten uns an und dachten das Gleiche. Igitt!
Dieses erste Wort, das sie unabsichtlich mental an mich richtete, war so tröstlich, dass ich wieder in Tränen ausbrach. Wie ich schließlich ins Lazarett kam, weiß ich nicht. Vermutlich hatte ich Glück und ein Sanitäter sammelte mich auf, nachdem ich bewusstlos geworden war. Der Schmerz in meinem Bein wurde übermächtig und ich war nicht einmal in der Lage, mich wirklich mental mit Cítri zu unterhalten. Sie hatte sich in meiner Uniform versteckt und verbarg sich im Lazarett unter meinem Bett. Heute weiß ich, dass sie damals um ihr Leben fürchtete, denn sie wusste bereits, dass mein Tod ihr Ende gewesen wäre. Doch soweit kam es nicht. Ich habe kaum brauchbare Erinnerungen an die Zeit im Lazarett und den Rückflug in die USA, was ich den Ärzten zu verdanken habe. Sie pumpten mich mit Morphium voll bis ich ohne Schmerzen hätte auf meinem verletzten Bein tanzen können. Anthonys vermeintlicher Tod schien mir in dieser Zeit so fern wie zukünftig nie mehr. Ich kann nicht behaupten, irgendwie gelitten zu haben, die Wochen im Lazarett waren sogar in einer entrückten Form lustig. Die Verwundeten, die ihre Arme noch hatten, brachten mir bei wie man Skat spielt und gewinnt. Manchmal trugen sie einen der Mitspieler am Morgen weg, obwohl er abends noch mit uns gelacht hatte. Aber daran gewöhnte man sich schnell. Als sie mich wegbringen wollten, habe ich auf sie eingeredet weil ich glaubte, sie würden mich für tot halten. Dabei ging es für mich nur nach Hause.

In den USA verfrachtete man mich in ein Militärhospital, in dem man versuchte, mir die Kugeln aus dem Bein zu entfernen. Mindestens eine jedoch war so tief ins Gelenk eingedrungen, dass es den Ärzten unmöglich war, sie zu entfernen, ohne das Bein gleich mit abzunehmen. Wieso sie das nicht einfach taten, erfuhr ich erst viel später. Meine Mutter hatte ihre Zustimmung nicht gegeben und so ließen sie die Kugel, wo sie war. Gleichzeitig waren sie damit beschäftigt, mich und die anderen verwundeten Soldaten von unserer von ihren Kollegen verursachten Sucht zu befreien. Radikalentzug von Morphium - ich kann mich nur dunkel an die Qualen erinnern, die ich wochenlang durchlitt. Heute nehme ich ihnen diese Methode mehr übel, als die Tat der Ärzte, die es uns gaben.

1945 - 1952 Meine Mutter erwartete ein weiteres Kind! Diese Nachricht zog mir den Boden unter den Füßen weg, als ich endlich entlassen wurde. Sie hatte noch während des Krieges einen neuen Mann kennengelernt, der bereits auf dem Hof wohnte. Wenig später erblickte mein Halbbruder Quinn das Licht der Welt. Von meiner Familie erhielt ich kaum Trost über den Verlust meines großen Bruders hinweg. Meine Mutter weinte anfangs viel, aber ich hatte keine Tränen mehr. Nur einmal, ganz zu Beginn meiner Rückkehr umarmte sie mich und ich hatte kurz das Gefühl, sie wäre froh, dass wenigstens ihr jüngster Sohn den Krieg einer fremden Nation auf einem fremden Kontinent überlebt hatte.
Allein Cítri kümmerte sich um mich und gab mir Kraft in dieser Zeit. Doch das, was man allgemein als Zuhause bezeichnete, war für mich keines mehr, nirgendwo fühlte ich mich einsamer. Noch bevor Quinn seinen ersten Geburtstag feierte, hatte Cítri irgendwie ein Internat aufgetrieben und animierte mich dazu, meine Mutter zu einer Zusage zu überreden. Das ließ sie sich nicht zweimal sagen. Auch wenn sie anfangs zögerte, überzeugte meine vermeintliche Begeisterung sie schließlich.
Tatsächlich ließ mich der ausschließliche Kontakt zu Gleichaltrigen und die Entfernung zu meiner übrig gebliebenen Familie aufblühen. Cítri begleitete mich selbstverständlich und spornte mich an, denn sie wusste um mein im Krieg gesetztes Ziel. So betrachtet war die Zeit im Internat die glücklichste meines Lebens ohne Anthony. Ich hatte viele Freunde und ich begann Schritt für Schritt, das Erlebte zu verdrängen. Hier brauchte ich es nicht, es interessierte niemanden. Und darüber war ich froh. Dass ich meinen Abschluss mit Bravour bestand, verdanke ich wohl allein Cítri. Sie weigerte sich, in meinem Zimmer zu bleiben und während der Prüfung mental vorzusagen und ich schaffte es trotzdem. Nun stellte sich für mich nicht mehr die Frage, was ich studieren wollte, sondern wo.

1952 - today Es war Zufall, dass Cítri und ich auf Angen kamen. Das Land war nicht so weit weg, so dass ich Reisekosten sparen konnte. Die Stadt Hanya verfügte über eine Universität, an der Medizin unterrichtet wurde. Und ganz nebenbei reizte es mich und meine Partnerin, einmal das Land aus den Legenden zu sehen und in diesem zu leben. Der Entschluss fiel relativ spontan. Die Annahme und Immatrikulation an der Uni von Hanya folgten im August '52 und ich begab mich auf Wohnungssuche. Mein Budget war denkbar schlecht für einen Start ins Studentenleben, da ich während der Schulzeit keine Gelegenheit gehabt hatte, noch zu arbeiten. Den Dienst an der Waffe hatte ich wegen meines Beins nicht leisten können und auch nicht gewollt. Doch zu meiner Mutter wollte ich den Kontakt so weit es ging begrenzen, weshalb ich sie niemals um Geld gebeten hätte. Schließlich fand sich eine winzige Wohnung in einem heruntergekommene Altbau für mich, deren Miete erschwinglich war. Nun hatte ich mein eigenes Zuhause, das Medizinstudium begann.
Dem allerersten Katori begegnete ich auch gleich in der Uni. In der Cafeteria lernte ich Chun aus Kanada kennen, der hier Kunst studierte. Seine Seelenpartnerin, ein Reh, konnte mit Cítri sprechen, was beide absolut begeisterte. Doch das sollte nur der Anfang sein. Einige Monate später traf ich in der Stadt auf eine junge Frau, deren - nun ich nenne es mal - "Aura" sich so anfühlte wie die von Chun. Ich lernte Grace kennen, die Anführerin der Katori von Hanya. Sie zeigte mir und Cítri das Hauptquartier und die anderen Katori, die sich bereits versammelt hatten. Auf einmal war ich nicht mehr allein mit Cítri, sondern wir waren Teil eines Ganzen. Einer Organisation, die im Verborgenen handelte.
Den Katori verdanke ich letztlich auch, dass ich Jane kennenlernte. Ebenfalls Mitglied der Gruppe, trafen wir uns zufällig in einem kleinen Café und sprachen viel miteinander. Diese Beziehung begann mit ihrem Kuss und endet hoffentlich nie. Doch nicht nur durch sie änderte sich für mich so vieles grundlegend. Ein anderes Café, ein Mann, der einmal ein Katori gewesen sein musste - ich hatte vollkommen unerwartet meinen großen Bruder wiedergefunden. Anthony war nicht gefallen, man hatte ihn retten können. Auch durch das Opfer seiner Seelenpartnerin Faith; so erfuhr ich, dass er ebenfalls ein Katori gewesen war. Wie durch Zufall arbeitet er im Krankenhaus von Hanya als Arzt ...
Und auch mein Zuhause habe ich nicht mehr für mich allein und Cítri: Eines Abends stand ein Junge vor der Haustür, den ich sofort erkannte, obwohl ich ihn acht Jahre lang nicht gesehen hatte: Quinn. Mein Halbbruder, ebenfalls frisch gebackener Katori und heimatlos. Er war vom elterlichen Hof abgehauen um mich zu finden. Was konnte ich anderes machen, als meine Scheu ihm gegenüber zu überwinden und ihn bei mir wohnen zu lassen?





We swam among the northern lights
and hid beyond the edge of night.


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Headerfoto aus dem Film Lord of War - Jared-Leto-Online
Steckilyrics aus den Songs City of Angels, Conquistador, Northern Lights
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Grafiklyrics aus dem Song End of all Days (30 Seconds To Mars)
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